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Kia Ora! Endlich, ein langer Weg! Wie sagte doch ein überzeugter Kommunist? "Der Weg ist steinig, aber unser Schuhwerk fest!" Naja, von Weg kann eigentlich keine Rede sein, eher von Luftlinie. Schlappe 20'000 Km an der Zahl...
Kleiner Rückblick: Aitutaki, das "Beinah-Atoll", ist tatsächlich noch kleiner als Rarotonga, noch leichter zu übersehen, noch freundlicher, noch schöner... soviel zu Fliegenkacke auf Landkarten.
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Neuseeland: Wer hier her kommt, muss zuerst durch ein 24h-Zeitloch, muss durch eine brutalstrenge Agrar-Kontrolle (selbst die Sesamkörner auf dem Pausenriegel müssen deklariert werden), muss flüssig sein und aufs Bankgeheimnis verzichten... Plötzlich ist man dann in Auckland, der Hauptstadt Polynesiens, in meinem Falle die erste (echte) Stadt seit Reiseantritt: 2.2 Mio. Nasenlöcher schnuppern zu fifty-fifty ozeanische und tasmanische Seeluft. 2.2 Mio. Nasenlöcher, das sind immerhin fast ein drittel der neuseeländischen Nasenlöcher! Rechne...
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"Kiwi" nennen sich die Einwohner dieses Landes. Die Annäherung an die Frucht - außen braun und innen grün - liegt nahe, doch liegt der Ursprung eher im, (un)natürlich vom Aussterben bedrohten, Nationaltier. Der Kiwi ist ein hässliches, flugunfähiges Huhn in ca. 10 verschiedenen Varianten, das evolutionstechnisch auf dem besten Wege währe (wenn's eben nicht aussterben würde) sein Federkleid mit einem Pelz zu tauschen. Am Kopf hängt ein riesenlanger Schnabel, was der Eleganz dieses Tieres keinen Dienst erweist. Naja, die Menschen hier scheinen es zu mögen, vermutlich zum fressen gern.
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Nach der Ankunft, der ersten Kappe Schlaf und dem ersten Nichtflugzeugmikrowellenfood (BurgerKing) wollte ich mich dem ersten Logistikproblem, dem Transport, widmen. Erstaunlicherweise ist dies in Neuseeland gar kein Problem: Du gehst am Wochenende auf einen großen Platz wo sich hunderte, wenn nicht gar tausende, private Autoverkäufer treffen und suchst dir einen Wagen unter NZ$ 1000.-- aus. Und davon hat's viele, da aus Übersee importierte, japanische Occasionswagen den Markt regelrecht überschwemmen. Die Formalitäten sind dann so einfach wie der Kauf einer Briefmarke: Du gehst auf die Post und sagst was du haben möchtest und der Postbeamte gibt dir das Papier. Fertig ist die Geschichte des Autokaufs.
Ach so, nicht ganz: Ich hab' mich trotz der Verlockung eines Hiajuzizuki für eine Englische Lady entschieden. Sie ist rot und so klein, dass sie auch gleich so heißt. Ich nenne sie aber "Mimi". Mimi und ich sind ein gutes Gespann. Wenn wir so durch die Gegend gondeln, sehen wir aus wie eine Mischung aus "Mr. Bean" (nur guck' ich nicht so doof!), "Mr. Rossi sucht das Glück" (Kennt ihr noch den Trickfilm?) und Magnum (zumindest was die Wagenfarbe und mein Hemd anbelangt...)
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Neuseelands Strassen sind in mancher Hinsicht rekordverdächtig:
- Vermutlich weisen sie die höchste Bootsdichte auf dem Festland auf. Während unsereins am Wochenende die Großmutter spazieren führen geht, geht der gemeine Kiwi sein Boot spazieren führen. Mir kann's recht sein, so bin ich nicht immer der erste wenn's am Hang 'ne Kolonne gibt...
- Die Landstrasse, der vermutlich größte Tierfriedhof Neuseelands: In Neuseeland scheint es eine Tiergattung zu geben, die einzig und allein zur Welt kommt, um auf der Strasse zu sterben. Ich nenne diese Spezies "Sterblinge". Keine Ahnung wie dieses Tier von den Biologen genannt wird, noch habe ich eine Ahnung woher es kommt, noch hab ich jemals ein Exemplar lebendig gesehen. Tatsache ist, dass diese Viecher alle paar hundert Meter mit abgelegtem Löffel, heraushängenden Gedärmen, zermantschten Köpfen und verfetzten Körpern mitten auf der Fahrbahn liegen. Anatomisch kenne ich sie, im wahrsten Sinne des Wortes, in- und auswendig: Etwa so groß wie ein Kanickel, faustgroßes Hirn, ein Magen, ca. 250 cm Gedärme, in der Regel einen buschigen Schwanz und 4 gleichlange Pfoten.
Hat jemand von euch Daheimgebliebenen ein Tierlexikon zu Weihnachten bekommen?
- Autobahnen gibt's hier eigentlich keine. Was hier als "Motorhighway" gilt, sind eigentlich Landstrassen. Nur mit einem Unterschied: Hoechstgeschwindigkeit außerorts ist überall 100km/h. Das geht ja noch. Was aber beim besten Willen (physikalisch) nicht (an)geht, ist dass vor jeder Haarnadelkurve - und davon hat's hier viele - regelmäßig ein 100 km/h Hoechstgeschwindigkeitsschild steht! Wenn man sich dann noch vorstellt, dass der gemeine Kiwi am besten/liebsten besoffen Auto fährt, zum Vordermann höchstens, allerhöchstens 1.5 Meter Abstand hält, und dazu noch ein Billigschrottdritthandoccasionsauto aus Japan fährt, glaubt mir, da fällt das Nichtrauchen am Steuer schwer...
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Ach so: Rauchen ist wegen der Steuer auch schwer teuer. Schlappe sFR. 10 Stutz die Packung.
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Weihnachten war lustig. In meinem Reisetagebuch steht am 25. nur ein Satz: "E schtilli Nacht hett kene gmacht". Silvester war auch lustig und auch nicht still. Sturmwinde über dem Campingplatz von Piha. Zum Glück hatte ich mir eine Caravan gemietet. So konnte ich mir in aller Ruhe bei einer Flasche neuseeländischem Cabarnet Sauvignon die herumfliegenden, klatschnassen Zelte der Nachbarn und die damit verbundenen Rettungsaktionen anschauen. In der Nacht wurde ich dann beinahe Seekrank...
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Ob ich Silvester tatsächlich in Piha verbracht habe, weiß ich übrigens gar nicht mehr so genau. Vielleicht war's auch Pahi oder Paihia (Ich weiß nur, dass ich in allen drei Orten war). Die Neuseeländer, resp. die Maoris haben es den Touristen mit ihren Ortsnamen nicht einfach gemacht. Alles tönt entweder irgendwie gleich oder es tönt so, als ob da wer gestottert hat: Kawakawa, Mitimiti, Kohukohu, Tutukaka... Ab und zu gib's dann zum Glück auch selbserklärende Ortsnamen wie z.B. "Ninety Mile Beach (der absolute Hammer: 90 Meilen menschenleerer Naturstrand am Stück), $1000 View Road (ohne Kassenhaus), Bay of Islands and so on...
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Ozonlöcher hab' ich bis jetzt noch keine gesehen und bin in keines reingefallen.
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Morgen geht's ab nach Raglan, sofern Mimi mitmacht. Dort soll's die längste Lefthand-Welle der Welt geben. Alte Männer erzahlen sich noch heute die (natürlich wahre) Geschichte vom Surfer, der 10 Minuten (!) lang die ein und selbe Welle am Stück geritten haben soll. Vermutlich wird dort der von mir benannte "Snowboardereffekt" ganz speziell zur Geltung kommen: Unter diesem Begriff verstehe ich das Bild des auf der Skipiste sitzenden Snowboarders, der sich einen nassen Hintern holt, weil er ewiglang auf seine Kumpel wartet. Dieses Phänomen ist bei den Wellenreitern das selbe. Diese holen sich kalte Füße während sie auf DIE Welle warten. Irgendwann wird's dann dunkel und sie gehen nach Hause.
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Na, Winterschlussverkauf im LOEB? Mogelpackung, Verkaufsargument, Bauernfängerei! Kauft besser Heizöl!
Macht's besser oder versucht es zumindest:
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