|
message:
|
Kia Orana!
Bin irgendwo zwischen Tonga, Franzsisch Polynesien, Wasser und Himmel.
Nach der Ankunft im Flugzeug klatschen alle Passagiere - nicht etwa wegen der sanften Landung, sondern aus Respekt fr den Piloten, der die Insel auf Anhieb und ohne Umwege gefunden hat. Keine einfache Leistung, erstreckt sich doch das "Territorium" der Cook Islands auf ber 2 Mio. Quadratkilometer (das entspricht etwa der Flche von Westeuropa), die eigentliche Landmasse des 15-Insel-Staates bringt jedoch nur schlappe 240 Quadratkilometer auf den Zhler (ungefhr der Kanton Zug)...
**********
Die Hauptinsel ist Rarotonga, 10'000 Einwohner die sich 67 Quadratkilometer, 1'100 Beamtenstellen, eine 8-seitige "unabhngige" Tageszeitung, 6 Drfer resp. Kirchen, einen Mittelwellenradiosender, ein Kino und eine geteerte, 32 km lange Kstenstrasse teilen. Rarotonga ist stolz auf seine ffentlichen Verkehrsmittel: 2(!) Buslinien verkehren mehr oder mehr weniger regelmig auf der Insel. Eine clockwise und eine anticlockwise. Und wie der Buschauffeur immer so treffend bei der Ankunft am Cook's Corner ber den Lautsprecher sagt: "Good bye and don't get lost - Because if you do, you would be the first in history of Rarotonga."
**********
Die Cookies - so werden die Insulaner hier liebevoll genannt - sind tatschlich zuckers: Eine Mischung aus dem ewigen Lcheln der Mona Lisa (aber um einiges ehrlicher), der Lebensfreude eines Lottogewinners und der Gottesfrchtigkeit einer Nonne. Wrter wie "Stress", "Bosheit" und "Geldgier" scheinen die Maoris in ihrem 13-Buchstaben-Vokabular nicht zu kennen. Selbst die "harten Jungs" in voller Puberttsblte, die sich Abends bei der Brcke treffen und ihren Idolen der New-Yorker Bronx nacheifern, knnen es sich nicht verkneifen, bei jedem Passanten bers ganze Gesicht strahlend ein herzhaftes "Kia Orana" loszuwerden und die offene Hand zum Gru auszustrecken, um danach wieder die ernsthaft-coole Stellung des gemeingefhrlichen Rappers einzunehmen.
Nunja, die Tatsache, dass alle (sogar eben diese Jungs, ja sogar z.T. die Hunde) Blumen hinter dem Ohr, auf dem Kopf als Blumenkrnze oder um den Hals als "Leis" tragen, macht ihren Stand als "bse Jungs" besonders schwer...
Die Cook Islands sind definitiv der Ort, wo man smtliche hssigen COOP- und DENNER-Verkauferinnen auf Weiterbildungsurlaub schicken sollte. Barak, Netanyahu, Arafat und Co. gleich hinterher...
**********
So lach- und singfreudig die Cookies sind, so tanzwtend sind sie; Was zugleich auch eine der wenigen Traditionen ist, die die London Missionary Society seit 1823 den Maoris gelassen hat. (Bis auf die Kokosnussschalen auf/um/an den Brsten der Tnzerinnen die's zuvor nicht gab). Zu ultraschnellen Trommelrhythmen zelebrieren die Tnzer ihre Kampfesstrke indem sie ihre Knie auf- und zuschlagen und mit den Armen u.a. die Ich-reiss-dir-den-Kopf-ab-Bewegung nachmachen. Die Tnzerinnen hingegen - boooaaahhhhh die Tnzerinnen hingegen: Barfuss, mit ihren blumengeschmckten, uerst hftbetonenden Bast- und Palmbltterrcken wackeln im Takt mit ihrem Po, sodass jede Sambatnzerin vor Neid erblassen wrde, halten aber Oberkrper und Kopf samt Blumenkranz mucksmuschen still und ahnen die Worte
der Gesaenge grazis mit ihren Armen und Hnden nach. Boooaaahhhhh! Die Tnzerinnen, wer htte das gedacht...
**********
Meinereiner hat sich eine kleine Lodge fr drei Wochen an der Sdwestkste, gleich beim Avana Harbour gemietet (privat, zu einem Spottpreis). Avana ist brigens die Bucht, von wo aus ca. 1350 n. Chr. die Maoris mit 13 Kanus nach Neuseeland aufbrachen, es entdeckten und als erste besiedelten. Meine Nachmittage verbringe ich meist in Avarua, der "Hauptstadt", im BLUE NOTE CAFE - gleich neben dem einst legendren und pazifikweitbekannten BANANA COURT, dem heiesten Tanzschuppen zwischen den Wellen - bei einem khlen Bierchen und dem Studium der Tageszeitung, oder ich spanne meine Hngematte zwischen zwei Palmen und schnitze Kokosnussschalen.
Nunja, ich knnte euch gfrhrligen Daheimgebliebenen noch vom Nichtstun bis zur Erschpfung, vom Fddlibluttwetter oder von einer khlen Fanta am Strand erzhlen, aber Eisbren fressen ja bekanntlich keine Pinguine...
**********
bermorgen geht's ab nach Aitutaki (das liegt "etwas" weiter linksoben) dort soll die schnste Lagune im ganzen Pazifik sein. Aitutaki ist brigens ein 'Beinah-Atoll'. Wisst ihr wie ein Atoll entsteht? Nun, zuerst ist nichts da auer Wasser. Dann bestimmt "Tangaroa" - Gott der Fruchtbarkeit und der See - dass hier ein Vulkan ausbrechen soll. Ist es ein groer Vulkan, wchst dieser vielleicht bis ber die Wasseroberflche; dann ist er zugleich eine Insel. So wie z.B. Hawai'i. Ein paar 1000 Jhrchen spter ist der Vulkan erloschen und nicht mehr als Vulkan, sondern als Gebirge erkennbar. In der Zwischenzeit haben sich Korallen am Fue der Insel angesiedelt. Bei gnstigen Klimaverhltnissen wachsen diese zu Riffen an, bis sie dann knapp unter der Wasserlinie einen Grtel bilden. Einen
Korallenriffgrtel eben. So wie z.B. um Rarotonga herum. Nochmals ein paar 1000 Jhrchen spter setzt dem Gebirge die Erosion stark zu und die Insel sackt durch ihr Eigengewicht immer weiter ab. Die Insel droht fr immer zu verschwinden. Der Korallenriffgrtel jedoch wchst munter weiter, sodass er immer knapp die Hhe des Wasserspiegels erreicht. Ist die Insel resp. das Gebirge ganz verschwunden, ist ein Atoll da. So wie z.B. Aitutaki.
Atolle zerstrt man brigens am einfachsten mit Atombombentests, so wie zum Beispiel Moruroa. Fragt die Franzosen, die wissen wie das geht...
**********
Na, stinkt es bei euch in Bus und Tram schon nach nassem Hund? Ist die Gehgeschwindigkeit in Berns weihnchteligen Lauben schon unter die kritische 3 km/h-Grenze gefallen? Ist die 143 schon berlastet?
|